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Wenn Du diese Regeln verstehst, verdienst Du Geld

Updated: Jun 8

Es gibt grundsätzlich zwei Arten des Investierens:


1) Passiv, z.B. mit Hilfe eines Sparplans oder Buy&Hold

2) Aktiv, investieren mit einer Strategie

Bezüglich des ETF Sparplans werde ich an anderer Stelle einen Blog schreiben.

Mit einigen wenigen Tricks kann ein Sparplan mehr Spaß machen als wenn z.B. nur der MSCI World bespart wird.


Wir besprechen heute die Variante 2 der Geldanlage. Aktiv investieren mit einem Trading-System.


Bevor Sie mit dem Trading starten, sollten Sie nachstehende Fragen beantworten!


1) Liegt ein geprüftes Handels-System vor?


2) Kann ich das System in meinem Alltag fehlerfrei umsetzen?


3) Bin ich überzeugt von dem gehandelten Instrument?


4) Erfüllt das System meinen mathematischen Erwartungswert?


5) Erfüllt das System meinen emotionalen Erwartungswert?


Zu 1) Geprüftes Tradingsystem


Der Misserfolg der meisten Trader liegt daran, dass sie kein System haben!


Im Zuge eines Börsenhypes, angesteckt von den steil nach oben zeigenden Charts, kauft der Neuling die heißen Tips aus der Zeitung.

Oder Sie schauen sich den Chart an und kaufen drauf los. Sie glauben, dass Sie den Kurs vorhersehen können. Sicher klappt es einige Male, aber für einen langfristigen Vermögensaufbau müsste der Trader z.B. 10 oder 20 Jahre lang die richtige Markteinschätzung haben.


Dazu gesellt sich der zermürbende Faktor der fortwährenden Entscheidungsfindung. Immer wieder aufs Neue die Frage, soll ich kaufen, halten oder verkaufen?


Vertrauen kann leicht weichen, in dem Augenblick, wo der Trader mit einer anhaltenden Verlustphase zu kämpfen hat. Die emotionale Belastung wird größer. Ein Mal in den nächsten 20 Jahren wird es auf jeden Fall zu einer groben Fehlentscheidung kommen und die kann ausreichen, um den Trader aus dem Rennen zu werfen.


Auch gehört zu einem System ein vernünftiges Risikokonzept. Viele Trader starten ohne System und setzen gleich „all in“. Zu hohe Positionsgrößen ist der am weit verbreiteste Fehler.


Warum fangen viele Neulinge ohne System an?

Ein System zu entwickeln kostet viel Zeit. Teils braucht es Backtestsoftware, die nur derjenige nutzen kann, der über Programmierfähigkeiten verfügt. Es kostet Zeit und auch Geld. Es gehören womöglich Seminarbesuche dazu, Lektüre von Büchern, Erfahrung, Geduld, … Das sind alles Kriterien, die vermeintlich schnellen Gewinnen gegenüberstehen.


Die meisten Anfänger haben keine Zeit und müssen sofort reich werden. Die Verlockung ist groß, mit ein paar oder vielen Dollar am Aktiencasino teilzunehmen. Es ist auch wesentlich leichter schnell drauf los zu traden, als sich die mühsame Arbeit von Backtests anzutun. Manchmal müssen Backtest händisch durchgeführt werden. Tag für Tag wird ein Chart die letzten 30 Jahre zurück geprüft. Manche Backtest haben bei mir 2 Wochen gedauert, nur um festzustellen, dass es umsonst war!

Aber es ist notwendig, ein System muss auf Herz und Nieren geprüft werden.

Mehr braucht man dazu nicht zu schreiben, ohne System geht es nicht.


Selbst ein Sparplan ist ein System. Oder der Kauf einer Aktie von McDonald mit dem Ziel, diese die nächsten 30 Jahre zu halten. McDonald geht nicht pleite und die Innovationskraft der Führung von McDonald wird die Firma an jeden zukünftigen Trend anpassen. Der Immobilienbesitz von McDonald sorgt für genug Substanz. Ein tolles System!

Nicht jedes System muss zwangsläufig Bestand haben für die nächsten 30 Jahre. Aber mit Hilfe eines Systems hat man Soll Ist Paramter und kann Veränderungen bewerten.

Zu 2) Umsetzbarkeit des Systems im persönlichen Alltag

Das System muss in den persönlichen Workflow passen, in die täglichen zeitlichen Abläufe. Ein tagsüber beruflich eingebundener Investor kann kein Intraday-System handeln. Dieser Punkt ist selbsterklärend, sodass wir gleich zum nächsten Punkt übergehen.


Zu 3) Bin ich überzeugt von dem gehandelten Instrument?

Den gehandelten Gegenstand müssen Sie verstehen. Aktien, Rohstoffe, Devisen,…


Im Falle von Aktien müssen Sie an die Aktien glauben und Sie verstehen. Wenn Sie gehört haben, dass Aktien auf erneuerbare Energien derzeit en vogue sind, müssen Sie diese verstehen und ihnen vertrauen. Wenn Ihr Kopf Ihnen sagt, erneuerbare Energien sind gut für die Umwelt aber insgeheim denken, dass, bis das Öl als Energieträger abgelöst wird, noch einige Zeit vergehen wird, dann haben Sie eine Konfliktsituation.

Ein innerlicher Konflikt wird dafür sorgen, dass Sie in brenzligen Situation genau das Falsche tun.

Wir handeln z.B. den SP500, das sind nicht nur die größten Unternehmen der USA, sondern auch die „Besten“. Schwache Aktien werden aus dem Index ausgelistet.

Zu 4) Mathematischer Erwartungswert

Das Tradingsystem sollte genau Ihrer Profitabilitäts-Erwartung entsprechen, also hauptsächlich dem jährlichen Performance-Wunsch entsprechen.

Grundsätzlich sollten Sie sich auch mit dem zu erwartenden Drawdown anfreunden.

Beide Kennzahlen gehen aus einem Backtestreport hervor und bilden zunächst die Hauptgrößen eines jeden Tradingsystems.


Aus diesen beiden Werten geht eine Verhältniszahl hervor, mit der eine grobe Abschätzung vorgenommen werden kann, wie hoch die Positionsgrößen sein können (CAR/maxDD ist gleich Cumalative Annual Return / max Drawdown).

Im Bereich Swingtrading mit Aktien ist ein Verhältnis über 1 schon mal ganz gut.


Wenn Sie mit diesen beiden Hauptpfeilern der Equity Curve (CAR und maxDD) nicht wirklich zufrieden sind wird folgendes passieren.

Sie werden versuchen, durch diskretionäres Eingreifen in das System, die Zahlen in die gewünschte Richtung zu verschieben. Sie werden Positionen früher oder später schließen als es das System vorgibt. Sie glauben dadurch eine kleine Überrendite zu erzielen oder den Drawdown zu verringern. Das gelingt in den meisten Fällen nicht!


Es kommt zu Fehlern und Enttäuschungen. Anschließend passiert das eigentlich Gefährliche!

Wenn erst einmal ein Fehler passiert ist, dann reihen sich mehrere Fehler aneinander.

Analysiert ein Trader seine Trading-Tagebücher, so ist häufig festzustellen, dass Fehler kumuliert auftreten. Im Gegensatz dazu, wenn es richtig rund läuft im Trading, dann ist die Anzahl der Fehler sehr gering.


Ein (größerer) Fehler zieht viele Fehler nach sich!

Zu 5) Emotionaler Erwartungswert


Hinter diesem emotionalen Erwartungswert verbirgt sich mehr als man im ersten Augenblick vermutet. Diese Komponente wird am wenigsten beachtet, vielleicht aber auch am wenigsten verstanden.

Sie ist fast immer dafür verantwortlich, dass Trader aufgeben oder „Systemhopping„ betreiben, d.h. von einem System zum nächsten hüpfen. Sie hüpfen immer dann zum nächsten System, wenn im aktuellen System eine Verlustperiode ansteht.


Es gibt viel Literatur, die sich mit dem emotionalen oder dem psychischen Aspekt auseinandersetzt. Eines der berühmtesten und ältesten Bücher hierzu ist der Klassiker von Marc Douglas, „der disziplinierte Trader“. Ich habe das Buch noch als Originalausgabe, mittlerweile wird es auf ebay für bis zu 889,-€ gehandelt! Aber neu gibt es das Buch schon für 229,-€?


Empfehle ich das Buch? Nein, kaufen Sie sich lieber die DVD von „Martin Armstrong, The Forecaster“, „The Wolff of Wallstreet Teil 1 bis 3“ und „The Big Short“. Die haben einen höheren Unterhaltungswert und sogar lehrreiche Momente.


Also, worum geht es in dem Buch von Marc Douglas. Sinngemäß ist er der Meinung, dass unsere Erziehung und Probleme in der Kindheit etc. dafür verantwortlich sind, dass wir nicht traden können.

Meiner Meinung nach ist es ist egal, ob wir eine schlechte Kindheit hatten, Stress mit der Lehrerschaft oder an zu vielen Partys teilgenommen haben.


Ich war lange der Meinung, dass die psychologische Komponente ohnehin überhaupt keine Rolle spielt und erst recht nicht meine Kindheit. Für mich lag der Misserfolg der meisten Trader an Punkt 1. Die meisten Trader haben einfach kein System.


In dem Augenblick, in dem ein Handelssystem vorliegt und die Regeln eingehalten werden, sollte sich der Erfolg schon bald einstellen. Der wie in Punkt 1 beschriebene belastende Faktor der fortwährenden Entscheidungsfindung fällt weg.

Für mich bestand die einzige psychologische Komponente nur aus der andauernden Unsicherheit, ob ich verkaufen, halten oder verkaufen soll. Dieser Punkt erübrigt sich, sobald Tradingregeln existieren.


Aber, das Stichwort ist „sich an die Regeln halten“. Und da spielt noch ein anderer psycholgischer Aspekt hinein. Das nennt sich dann der emotionale Erwartungswert.


Trading ist wie eine Sportart. Nehmen wir an, nach langer Zeit der Sportabstinenz plant Herr Jemand sich wieder dem Sport zu widmen. Seine körperliche Fitness hat stark nachgelassen und der Bauch wird immer größer. Früher hat dieser Jemand Fußball gespielt aber jetzt möchte er sich nach etwas Neuem umschauen.

Automatisch wird in seinem Kopf nur eine gewisse Auswahl an Sportarten erscheinen, die in Frage kommen. Ballsport, Turnen, Joggen, Mannschaftsport, Kampfsport, Schwimmen … es gibt diverse grundlegend verschiedene Sportarten, von denen sicherlich spontan nur einige wenige überhaupt in Frage kommen (vergleichbar mit der Wahl zwischen Aktien, Rohstoffe, Devisen, Anleihen,…).

Als nächstes geht’s darum, wie oft und mit welcher Intensität soll die Sportart betrieben werden. Reicht zwei Mal pro Woche aus? Welche Ziele sollen erreicht werden? Ist das Teilnehmen an einem Marathon das Fernziel? Oder der schwarze Gürtel im Karate? Oder geht es nur darum, ein wenig Bewegung pro Woche zu erlangen.


Es ist sehr wichtig, hier die limitierenden Parameter aber auch die Wünsche zu definieren.

Angenommen der Jemand entscheidet sich für eine Kampfsportart, um den schwarzen Gürtel zu machen. Die gezeigten Kampfkünste in Hollywood Filmen inspiriert ihn. Das sieht total cool aus, das möchte er auch können.

Aber er hat Probleme, sich mit seinem Gegenüber zu „prügeln“, da er ausgesprochener Pazifist ist. Er hasst es zudem, wenn nach einem Duell blaue Flecke seine Arme und Beine schmücken.

Es ist ihm auch nicht möglich, 4 oder 5 Mal pro Woche zu trainieren, da er beruflich bedingt, wenig Zeit hat.

Die Erfolgswahrscheinlichkeiten, den schwarzen Gürtel zu erhalten, werden folglich sehr gering sein, auf jeden Fall gering in absehbarer Zeit. Um die coolen Kampfszenen aus dem Fernsehen nachzuahmen, bedarf es des jahrelangen Fleißes mit fast täglichen Trainingseinheiten.


So ist es auch beim Trading. Eine Megarendite von z.B. 50% pro Jahr ist bestimmt möglich. Die Highfrequenztrader schaffen das vielleicht. Sie sitzen direkt neben der Wallstreet, weil jede Millisekunde zählt. In Ihren Büros stehen millionenschwerer Ausrüstungen und unzählige Softwarespezialisten bedienen und programmieren diese Megacomputer.


Aber womit sind wir selbst zufrieden, wieviel Zeit wollen und können wir investieren? Wieviel „Schläge und Hiebe in die Magengegend“ halten wir aus?


Das alles muss zusammenpassen, sonst werden wir es nicht durchhalten. Wie viele Menschen haben einen Sport höchst motoviert anfangen und nach kurzer Zeit wieder aufgegeben? Wie viele haben das Dauerlaufen wieder aufgegeben?


Der Sport muss zu einem passen. Er muss Spaß machen! Zunehmende Geschicklichkeit, Fitness und Erfolgserlebnisse, neue Herausforderungen usw. bewegen einen dazu, nach Feierabend die Sportsachen zu packen. Man muss sich nicht groß überwinden, die Joggingschuhe anzuziehen, wenn einem das Laufen liegt.


Im übertragenen Sinn bedeutet es, dass Sie mit jedem Trade besser werden sollten. Einfach weil Sie die Trades immer besser und fehlerfreier ausführen können.

In einem Tennismatch werden Sie natürlich jede Vorhand, jeden Aufschlag so gut wie möglich ausführen. Sie wissen auch, dass Sie sich bei jedem Aufschlag konzentrieren müssen, um die Wahrscheinlichkeit eines guten Aufschlags zu erhöhen. Unter dem Spiel wird es so kommen, dass Sie viele Bälle instinktiv und „im Flow“ schlagen.


Die Parallele hier vom Sport zum Trading ist der Fokus auf das Gesamtergebnis. Obwohl Sie den einen oder anderen Punkt an Ihren Gegner abgeben müssen, heißt es nicht, dass mit einem einzigen Punktverlust das Spiel verloren ist. Das Match ist aus, wenn jemand drei Gewinnsätze erzielt hat. Wer schon mal Tennis oder vergleichbare Sportarten gespielt hat, wird sicherlich auch beobachtet haben, dass es Phasen gibt, in denen nichts läuft und manchmal läuft es wie am Schnürrchen.


Die zweite Parallele beim Fokus auf das Endergebnis ist konzentriertes Arbeiten. Viele Trader fokussieren sich zwar auf das Endergebnis am Jahresende aber berücksichtigen zu wenig, dass sie mit unkonzentrierter Arbeitsweise das Match nicht gewinnen können. Es ist super, wenn ein Tradingsystem 20% im Jahr verspricht aber das bedeutet auch, dass man unter dem Jahr möglichst jeden Trade/Aufschlag fehlerfrei ausführen muss. Hier hilft ein Tagebuch zur Selbstkontrolle.

Zurück zum emotionalen Erwartungswert.

Auch ein funktionierendes System hat emotionale Faktoren, wenn auch der zermürbende Prozess der Entscheidungsfindung nicht mehr vorhanden ist.


Welches sind die kritischen Punkte in einem System, die untersucht werden müssen, ob ein System meinem emotionalen Erwartungswert entspricht oder nicht?


a) Haltedauer

b) Maximale Länge einer Verlustserie

c) Maximaler Verlust pro Trade

d) Maximaler Systemdrawdown

e) Trefferquote


Dieser Liste werden wir uns nun widmen mit ganzen konkreten Beispielen aus unserer SP500 Strategie.

Die Haltedauer

Die durchschnittliche Haltedauer unserer SP500 Strategie beträgt 40 Handelstage, also 2 Monate. Es gibt Trades, die dauern 8 Tage und welche die dauern fast ein Jahr!


Jemand, der gern aktiv tradet, für den ist eine Haltedauer von mehr als 6 Monaten womöglich uneffektiv. Irgendwann wird er in Versuchung kommen, an Hochpunkten auszusteigen, um an potentiellen Tiefpunkte wieder einzusteigen. Für die SP500 Strategie ist es kontraproduktiv.

Eine Abhilfe wäre ein weiteres Tradingsystem, dass mehr Aktivität erfordert, um den Wunsch nach Aktivität zu befriedigen oder eine ganz andere Freizeitbeschäftigung, um nicht auf die Börse fokussiert zu sein.

Maximal aufeinander folgende Verlusttrades

Bei diesem Punkt ist entscheidend, ob der nächste Trade (nach z.B. drei Verlusttrades hintereinander) fehlerfrei und mit voller vorgesehener Positionsgröße umgesetzt werden kann.

Häufig werden Positionsgrößen in einem guten Lauf erhöht. Diese Methode führt zwangsläufig dazu, dass ein mit Sicherheit kommender Verlusttrade mit der größten Position eintritt! Ganz schlechte Taktik!


Ein zweiter und dritter sich anschließender Verlusttrade mit ebenfalls den gleichen (zu) hohen Positionsgrößen reißen das Konto überproportional in die Tiefe. Es geht tiefer bergab als es vorher gestiegen ist, da die Gewinnserie mit sich steigernden Positionsgrößen verlief (im Durchschnitt also geringere Positionsgrößen). Die Verlusttrades wurden im Gegensatz dazu mit den höchsten Positionsgrößen umgesetzt.


Es ist keine gute Idee, die Positionsgröße nur auf Grund einer Gewinnserie zu vergrößern!

Besser wäre, nach einigen Gewinntrades zu verkleinern, da die nächste Verlustserie immer um die Ecke wartet. Oder aber am besten wäre, die Positionsgröße entsprechend des Setups zu wählen.

Manchen Trades kann man eine recht gute „Gelingwahrscheinlichkeit“ ansehen. Stoploss, max. System Drawdown und Risiko sind aber normalerweise die maßgebenden Faktoren zur Berechnung der Positionsgröße, nicht eine Gewinnserie.


Es ist wichtig sicher zu stellen, dass jeder Trade, der vom System vorgegeben wird, umgesetzt wird und zwar mit der richtigen Größe. Daher muss man sich vorher schon mental auf die Situation vorbereiten, wenn 3 Verlusttrades hintereinander eingetreten sind.


Niemals zu hohe Positionsgrößen wählen, wenn man mental nicht bereit ist, sonst wird man den folgenden vierten Trade womöglich auslassen oder mit zu kleiner Positionsgröße umsetzen.

Maximaler Verlust pro Trade

Bei der SP500 Strategie war der größte Verlust 7% vom Entry entfernt. Bei einer Positionsgröße von 100% wären das dann auch 7% von der Equity gewesen. In der Praxis traten diese 7% in hochvolatilen Phasen auf. In diesen Phasen wurde die Positionsgröße nach unten angepasst. Daher hätte man den Verlust von 7% auf seine Equity nie erleiden müssen.

Aber es kann passieren (ziemlich unwahrscheinlich), dass diese 7% auftreten, weil das System nicht mit Stoplosses arbeitet.


Das ist der Charakter dieses Systems! Andere Systeme haben andere Eigenschaften. Dort tritt ein Verlust von 7% der Equity erst nach 4 aufeinanderfolgenden Verlusttrades auf. Die haben eine höhere Tradingfrequenz. Bei hoher Tradingfrequenz ist ein möglicher Verlust von 7% anders zu bewerten und sicherlich nicht akzeptabel.


Um mit diesem Maximal Trade Verlust umzugehen, muss man untersuchen, wie es in der Vergangenheit zu diesem hohen Verlusttrade kam und in welcher Phase der aufgetreten ist.


Schaut man sich den Fall an, stellt sich heraus, dass diese hohen Verluste meistens bei Wiedereinstiegsversuchen in volatilen Bodenbildungsformation auftreten. Es ist also ganz leicht hier entsprechend mit geringen Positionsgrößen gegenzusteuern und diese hohen Verlusttrades abzustellen. Kennt man den Charakter eines Systems, kann entsprechend reagiert werden.



Maximaler Systemdrawdown

Hier gelten die gleichen Kriterien wie oben beschrieben.

Die entscheidenden Fragen sind: Kann ich mich mit der Höhe des maximalen Drawdowns anfreunden?

Kann ich in dieser Phase noch (einigermaßen) rational agieren und den nächsten Trade gemäß Strategie umsetzen, mit der richtigen Positionsgröße?

Wie oben beschrieben, hilft es ungefähr zu wissen, wann Phasen mit einem hohen Drawdown auftreten können.






Trefferquote

Je höher die Trefferquote, desto leichter läßt sich ein System traden. Ab 60% Trefferquote macht es richtig Spaß, ein System zu traden. Natürlich spielt hier auch das Verhältnis der Gewinner zu den Verlierern eine Rolle, die sogenannte Payoff Kennzahl. Die Payoff sollte mindestens bei 1 liegen, d.h. die durchschnittlichen Gewinner sollten wenigstens so groß sein wie die durchschnittlichen Verlierer.

Sind Gewinner z.B. ein wenig größer als die Verlierer, dann ergibt sich vielleicht eine Payoff von 1,2 (der durchschnittliche Gewinn beträgt z.B. 120 Dollar und der durchschnittliche Verlust beträgt 100 Dollar).

Ein System mit diesen Kennzahlen (Trefferquote 60 %, Payoff 1,2) läßt sich psychologisch gesehen hervorragend traden. Übrigens leitet sich aus der Payoff und der Trefferquote ein weiterer Parameter ab, der Profitfaktor. Für einen Profitfaktor stellt alles über 1,8 einen vernünftigen Wert da.

Erwähnt sei hier noch, dass alle erfolgreichen Investoren und Hedgfondsmanager immer eine Payoff bzw. ein Chance Risiko Verhältnis von größer gleich 3 anstreben!

Daher ist z.B. das Optionsschreiben langfristig sehr riskant. Obwohl diese Systeme eine hohe Trefferquote von 90% und mehr haben, reichen einige wenige Verlusttrades aus, um diese hohe Trefferquote zu verhageln. Die wenigen Verlusttrades beim Optionsschreiben sind in den meisten Fällen sehr viel höher als die Gewinner. Dieses Gebiet muss man wirklich beherrschen. Emotional gesehen, läßt sich ein System mit einer Payoff von 3 viel besser traden, trotz niedrigerer Trefferquote. In Phasen des Drawdowns genügt häufig ein guter Trade, um aus der Phase wieder heraus zu kommen. Beim Optionsschreiben ist es frustrierend zu wissen, dass einmal im Drawdown gefangen, es lange dauern wird, bis man wieder herauskommt.


Die SP500 Strategie hat eine Trefferwahrscheinlichkeit von über 60% und ein Verhältnis durchschnittlicher Gewinner zu Verlierer von über 3. Diese Kennzahlen für sich betrachtet, stellen ein traumhaftes System dar.

Ganz so easy ist es aber nicht, denn auch bei diesem System gibt es Phasen, in denen der Markt hin und her zappelt. In diesen Phasen entstehen niedrige Trefferquoten bei gleichzeitig niedrigen Payoff-Werten.

Wie oben beschrieben, ist es wichtig herauszufinden, in welchen Marktphasen die durchschnittlich hervorragenden Systemwerte nicht erreicht werden, um eintretenden Zweifeln zu begegnen und das Vertrauen nicht zu verlieren.




Fazit

Generell gilt:

Jeder Trade sollte das Vertrauen in das System verstärken!


Dann spielt die Zeit für Sie. Man wird psychisch immer stabiler.


Können Marktsituationen eingeschätzt werden und daraus abgeleitet werden, wie das System sich in dieser Periode ungefähr verhalten sollte, dann fällt es sehr viel leichter, durch diese Phasen zu gehen.

Die Marktphase wird sich in der Equity wiederspiegeln. Wenn hierbei Einschätzung und Realität ungefähr übereinstimmen, ist das äußerst hilfreich für die Vertrauensbildung. Sie erhalten trotz einer Verlustserie eine Bestätigung, weil Sie vorher schon wussten, in dieser Phase ist mit Verlusttrades und schwachen Ergebnissen zu rechnen.


Damit ist natürlich nicht gemeint, dass der Ausgang eines jeden Trades vorhergesagt werden kann. Nein, es reicht z.B. aus zu wissen, ob wir uns in einem Bärenmarkt befinden bei minus 20% oder kurz vor Alltimehighs oder in neuen Alltimehigh-Regionen. In einem jungen oder 4 Jahre alten Bullenmarkt.


Die Märkte haben eine ganz gemeine Eigenschaft. Sie werden das Vertrauen in das System auf jede erdenkliche Weise auf die Probe stellen. Sie bedienen sich der Kriegstaktik:

Locke sie mit ihrer Gier und besiege sie, indem du Verwirrung stiftest.


Wer nicht über ein absolutes Vertrauen in sein System verfügt, wird kurz über lang in den entscheidenden Momenten von Zweifeln überkommen und verliert. Alle reden von langfristigem Vermögensaufbau. Also brauchen wir etwas, dass wir langfristig durchhalten, das geht nicht ohne Spass, Vertrauen und Verständnis der Systemlogik.


Wer einen ETF Sparplan verfolgt, der hat Vertrauen in das System, weil ihm bewusst ist, langfristig gehen die Märkte immer nach oben! Allein inflationsbedingt muss das so sein. Ein 100 jähriger Chart des Dow Jones zeigt ebenfalls den Longbias, durch alle Krisen und Kriege hindurch.

Die Sparplan Anhänger wissen zwar nicht, was die einzelnen Firmen im MSCI World oder im SP500 machen, aber die Systemlogik kennen Sie und den Charakter der Equity Entwicklung, 3 bis 8 % per anno und 70% Drawdown. Mit diesen Kennwerten haben Sie sich (hoffentlich) angefreundet. Manchmal gibt es Durststrecken von über 3 Jahren aber mit dem Wissen des Systemcharakters schaffen Sie es den Sparplan langfristig zu verfolgen.

Beim Militär ist es übrigens rund um die ganze Welt üblich, sich auf bestimmte Szenarien einzustellen. Verschiedene Szenarien werden geistig durchlaufen und erhalten vordefinierte Reaktionsmuster. Auch beim Trading ist es wichtig, sich auf kommende Situationen einzustellen und überhaupt Kenntnis darüber zu haben.

Der Weg zum Erfolg

Wenn Sie ein vernünftiges System gefunden haben, beinhaltet dieses eine sinnvolle Logik für Ein- und Ausstiegsregeln. Es beinhaltet auch Regeln für das Risikomanagement bzw. Positionsgrößen (sehr wichtig).

Die Regeln können uralt sein oder von einem anderen Trader kopiert worden sein, das spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass der Ansatz für Sie Sinn ergibt und geprüft/gebacktestet wurde. Eine Idee reicht nicht aus.


Nachdem ein System vorliegt, entscheiden der emotionale und mathematische Erwartungswert über den Erfolg. Ein funktionierendes System ist lediglich der erste Punkt von fünf!


Nur wenn der rationelle und emotionale Erwartungswert zusammen harmonisieren, haben Sie eine Chance auf langfristigen Erfolg.


Entspricht der emotionale und mathematische Erwartungswert eines Systems ihrem persönlichen emotionalen und mathematischem Erwartungswert, können sie über Jahre fehlerfrei und überzeugt handeln.




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