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Wie bestimme ich die Positionsgröße bei der SP500 ETF Strategie?

Updated: Jun 7

Grundsätzlich gehen wir bei dieser Strategie mit einer anderen Logik zur Bestimmung der Positionsgröße heran als üblich. Das liegt daran, dass wir als Exit nur die Signale des Market Alert Index haben.

Wir arbeiten also nicht mit einem ISL (initial Stoploss). Selbstverständlich können wir auf Grund der Historie erkennen, in welcher Höhe gewöhnlich unsere Fehltrades liegen (in weniger als 4% der Fälle lag der Exit mehr als 5% vom Entry entfernt).

Mehr dazu in der Beschreibung der Strategie.


Bei der Entwicklung des Systems gingen wir davon aus, immer 100% des verfügbaren Kapitals in die Strategie zu investieren vergleichbar mit einer Buy and Hold Strategie.

Die Investitionsrate einer Buy and Hold Strategie ist ebenfalls meistens 100%.


Die Überrendite der SP500 Strategie sollte durch geschicktes Markttiming erzielt werden. Später haben wir durch geschicktes Management der Investitonsquote die Glättung der Equity bei gleichzeitiger Verbesserung der Performance erreicht.


Das ist der Ausgangspunkt unserer Risikobetrachtung und Positionsgrößenbestimmung.


Zur Bestimmung der Positionsgröße verwenden wir den maximalen Drawdown des Systems. Wir arbeiten hier also nicht verantwortunglos und ohne Risikomanagement!



Wie berechne ich das Risiko für einen Trade, wenn ich mit einem Future arbeiten möchte?

Folgende Parameter haben wir:

Die SP500 ETF Strategie umgesetzt mit einem ETF ergibt bei einem Leverage von 1

einen Drawdown von knapp 15%.

Ein Leverage von 1 bedeutet bei diesem System, das bei jedem Signal die gesamte Kontogröße in ein Signal investiert wird.

Wie setzt man das System mit einem Future auf den SP500 um, z.B. ES oder MES?

Im Mai 2020 steht der SP500 ungefähr bei 3000 Punkten. 15% Drawdown würde folglich einem Drawdown von 450 Punkten entsprechen.

Die Kontraktanzahl berechnet sich wie folgt:

Zuerst überlege ich mir, wieviel Drawdown halte ich persönlich in meiner Equity aus. Wir legen diese Göße exemplarisch auf 10% fest. Wenn mein Börsenkonto mehr als 10% ins Minus rutscht, dann laufe ich grün an.

Und nun die Mathematik zur Bestimmung der Kontraktanzahl (ES Future) anhand eines 120.000 Dollar Kontos.

Maximal akzeptierter DD in meiner Equity => 12.000$ (10% von 120.000$)

1 Punkt im SP500 Future entspricht 50$

Drawdown (siehe oben) 450 Punkte

Kontraktanzahl = 12.000$ / (450x50) = 0,53 Kontrakte

0,53 Kontrakte können nicht gekauft werden. Daher kann der E-mini unter gegebenen mathematischen Größen nicht verwendet werden.


Wir setzen die Rechnung neu an für den Mini Future (MES)


1 Punkt im SP500 Mini-Future (MES) entspricht 5$

Drawdown 450 Punkte (bleibt gleich)

Kontraktanzahl = 12.000$ / (450x5) = 5,3 Kontrakte

Man könnte die Strategie umsetzen mit 5 Micro Future Kontrakten.

Ein Trader, dessen Schmerzgrenze z.B. bei einem Verlust von 30.000$ erreicht ist, würde folglich einen Drawdown von 30.000$/120.000 $ = 25% aushalten.


Könnte dieser Trader den ES Future handeln?


Kontraktanzahl = 30.000$ / (450x50) = 1,33 Kontrakte


Der Trader könnte die Strategie mit dem ES umsetzen und würde die Signale umsetzen mit 1 Kontrakt. Dabei erlangt der Trader rein rechnerisch nie seine tatsächliche Schmerzgrenze, da er nur 1 Kontrakt statt 1,33 kauft.


Mit dem Mini Future könnte er seine Schmerzgrenze besser „ausnutzen“.

Kontraktanzahl = 30.000$ / (450x5) = 13,3 Kontrakte



An dieser Stelle sei ein weiterer Vorteil des Micro Future (Micro-Mini-SP500) zu erwähnen.

Es ist der Vorteil der Positionsgrößenanpassungen.


In bestimmten Marktsituationen kann einer hohen Volatilität Rechnung getragen werden,

indem die Anfangs-Positonsgröße z.B. halbiert wird. Statt der normalen Größe von 100%, wird die Position nur mit 50% des zur Verfügung stehenden Kapitals eröffnet.


Oder an andere Stelle bietet es sich an Teilgewinne zu realisieren. Dort wird z.B. ein Drittel der Positonsgröße verkauft. Hält der Trader nun statt einem ES, 5 Micro ES, ist die Anpassung gut möglich.



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Wie kann die Strategie mit einem gehebelten ETF umgesetzt werden?

Der Trader im obigen Beispiel überlegt sich, dass er nicht mit dem „Stress“ behelligt werden möchte, der beim Rollen eines Futures entsteht.

Er berechnet sich die Positionsgröße, die er bei seiner persönlichen Schmerzgrenze von 25% haben könnte.

Max Equity Drawdown = 30.000$

Berechnung der Positionsgröße 2fach gehebelten ETFs:

Max. System Drawdown = 15%

Posgröße x 15% = 30.000

Umgestellt nach PosGröße:

Posgröße = 30.000$/15% = 200.000$

Der Trader könnte statt nur mit den 120.000$, die auf seinem Konto zur Verfügung stehen, noch mit geliehenem Geld arbeiten. Bei vielen amerikanischen Brokern kann bis zum doppelten Betrag des Cashbestandes geliehen werden. Das kostet aber auch eine Leihgebühr! Also versucht der Trader zu ermitteln, wie groß die Positionsgröße mit einem 2fach gehebelten ETF sein müsste.

Berechnung der Positionsgröße eines 2fach gehebelten ETFs:

Max Equity Drawdown = 30.000$

Kontogröße = 120.000$

Max. System Drawdown = 15%

Hebel des ETFs = 2

Posgröße = (30.000$/15%)/2= 100.000$

Der Trader könnte sich 2fach gehebelte ETFs im Wert von 100.000$ kaufen und würde nun keine Leihgebühr mehr zahlen, da dieser Betrag unter seinem Cashbestand liegt.





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